Content-Strategie
Schaust du dir Content inzwischen auch manchmal an und denkst... ist das überhaupt echt?
Von Stephany Riano | 29. Oktober 2026 | 8 Min. Lesezeit

Schaust du dir online auch manchmal etwas an und denkst...
Ist das überhaupt echt?
Die Bewertung?
Das Produktbild?
Die Person im Video?
Die Geschichte hinter dem Post?
Wir leben gerade in einer Zeit, in der fast alles überzeugend aussehen kann.
Und genau das schafft für Unternehmen ein ziemlich interessantes Problem.
Denn wenn alles innerhalb von Sekunden perfekter gemacht, generiert, bearbeitet und vervielfacht werden kann, beeindruckt Perfektion irgendwann nicht mehr besonders.
Manchmal macht sie uns sogar skeptisch.
Und offenbar bilden wir uns das nicht ein.
Gartner fand 2026, dass 68 Prozent der befragten Konsumenten sich häufig fragen, ob die Inhalte und Informationen, die sie sehen, überhaupt echt sind.
65 Prozent finden außerdem, dass Marken zu viel KI generierten Content produzieren.
57 Prozent sagen, dass dieser Content ihr Vertrauen in Markenkommunikation verringert hat.
Soooo... was machen wir als Unternehmen damit?
Meine Antwort ist wahrscheinlich nicht der nächste Content Trend.
Verbindet euch über das, was echt ist, nicht über das, was perfekt aussieht.
Wir haben keinen Content Mangel. Wir haben ein Aufmerksamkeitsproblem
Mehr Posts.
Mehr Videos.
Mehr Newsletter.
Mehr Werbung.
Mehr Bilder.
Mehr von allem.
KI hat es leichter gemacht, Content zu produzieren.
Das kann unglaublich hilfreich sein.
Aber leichtere Produktion bedeutet eben auch: Wir produzieren immer mehr.
Und die Person auf der anderen Seite hat trotzdem nicht mehr Stunden am Tag.
HubSpot berichtet, dass 83,5 Prozent der Marketer inzwischen mehr Content produzieren sollen.
Gleichzeitig sagen 77 Prozent der Social Media Marketer, dass Authentizität wichtiger ist als hoher Produktionswert.
Interessante Kombination, oder?
Produziert mehr.
Aber bitte sorgt dafür, dass es echter wirkt.
Genau deshalb glaube ich nicht, dass die Antwort einfach noch mehr perfekter Content ist.
Die Antwort ist, Menschen einen Grund zu geben, warum sie sich gerade für deinen Content interessieren sollten.
Auch dein Unternehmen hat ein Leben
Unternehmen machen meiner Meinung nach oft einen Fehler, sobald sie anfangen zu kommunizieren.
Sie beginnen plötzlich, wie Unternehmen zu klingen.
Wir sind innovativ.
Wir sind kundenorientiert.
Wir stehen für Qualität.
Okay... aber wer seid ihr?
Ein Unternehmen hat einen Anfang.
Es hat Menschen.
Es hat Momente, die etwas verändert haben.
Es gibt Dinge, die ihm wichtig sind, Dinge, die es bewusst nicht macht, und Dinge, die es besser machen möchte.
Es hat eine Persönlichkeit, auch wenn sie noch niemand aufgeschrieben hat.
Dein Unternehmen muss nicht so tun, als wäre es menschlich. Es besteht bereits aus Menschen.
Die Aufgabe der Kommunikation ist, sie nicht länger zu verstecken.
Aber was bedeutet „echt“ eigentlich?
Echt bedeutet nicht, alles zu posten.
Es bedeutet nicht, jedes Meeting zu filmen oder dein ganzes Team zu Influencern zu machen.
Und es bedeutet ganz sicher nicht, unprofessionell zu werden.
Für mich bedeutet echt:
konkret genug, um glaubwürdig zu sein.
Eine echte Meinung.
Ein echter Grund.
Eine echte Person.
Ein echtes Beispiel.
Eine echte Entscheidung, die dein Unternehmen getroffen hat, weil es an etwas glaubt.
Das funktioniert auf der Website, auf LinkedIn, Instagram, im Newsletter oder eigentlich in fast jeder Form von Unternehmenskommunikation.
Ich würde mit drei Dingen anfangen.
1. Kommuniziere deine Werte, aber sag mir bitte, was sie wirklich bedeuten
Vertrauen.
Innovation.
Qualität.
Nachhaltigkeit.
Menschen zuerst.
Schön.
Und jetzt sag mir, was dadurch anders wird.
Warum macht dein Unternehmen, was es macht?
Was wollt ihr erreichen, außer Umsatz, Wachstum oder Arbeitsplätze zu schaffen?
Wer profitiert davon, wenn ihr eure Arbeit wirklich gut macht?
Welche Wirkung wollt ihr auf Kunden, eure Branche oder eure Community haben?
Sag mir nicht nur, was euch wichtig ist.
Zeig mir, was dieser Wert euch tun lässt.
Ein Wert wird glaubwürdig, wenn ich ihn in einer Entscheidung sehen kann.
2. Erzähl mir etwas, das ich nur von euch erfahren kann
Könnte ein Mitbewerber euren Satz morgen kopieren und selbst veröffentlichen?
Wenn ja, geht noch einen Schritt weiter.
„Wir machen das anders, weil...“
„Wir haben damit aufgehört, weil...“
„Wir haben das gelernt, nachdem...“
„Unsere Kunden haben uns immer wieder gefragt...“
„Das hier ist uns wichtiger als vielen anderen Unternehmen in unserer Branche...“
Konkrete Details schaffen Persönlichkeit.
Und Persönlichkeit gibt Menschen etwas, an das sie sich erinnern können.
Du brauchst keine dramatische Gründerstory.
Manchmal ist ein ehrlicher Satz darüber, warum ihr etwas anders macht, stärker als eine ganze Über uns Seite.
3. Zeig die Menschen, die dein Unternehmen möglich machen
Zeig sie.
Sei stolz auf sie.
Erzähl, was sie können.
Lass sie etwas erklären.
Zeig die Person hinter einem Projekt, einer Kundenerfahrung oder einer Idee.
Nein, nicht jeder Mitarbeiter muss Content Creator werden.
Aber ein Unternehmen sollte auch nicht so aussehen, als würde es auf magische Weise ohne Menschen funktionieren.
Dein Team ist ein Teil davon, warum Kunden dein Unternehmen so erleben, wie sie es erleben.
Vielleicht wird unperfekt gerade wertvoller
Wir haben jahrelang gelernt, Marken möglichst perfekt aussehen zu lassen.
Heute kann Technologie perfekte Inhalte in unglaublicher Geschwindigkeit produzieren.
Vielleicht verändert sich deshalb gerade die interessantere Frage.
Nicht:
Wie können wir noch perfekter aussehen?
Sondern:
Woran erkennt man uns?
Warum sollte man uns glauben?
Wie spürt jemand, dass echte Menschen, Entscheidungen, Werte und Erfahrungen hinter dem stehen, was er sieht?
Ich bin überhaupt nicht gegen KI.
Nutze sie.
Aber lass Effizienz nicht genau die Dinge entfernen, die dein Unternehmen zu deinem Unternehmen machen.
In einer Welt, in der fast alles gefälscht werden kann, wird Konkretheit zu einer Form von Vertrauen.
Was ist an uns wirklich wahr und kann von niemand anderem kopiert werden?
Fang dort an. 🤓
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